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Axel Hacke: „Das Beste aus meinem Liebesleben – Ein kleiner Beziehungsratgeber“

Am: | August 29, 2011

Axel Hacke ist ein Spalter. Die Männer mögen seine Bücher, weil sie ihnen durch die Lektüre seiner larmoyanten Kritik an den Zuständen der ungleichgeschlechtlichen Beziehungen die Möglichkeit einer unterhaltsamen zeitlichen Expansion der gruppentherapeutischen Dienstagabend-Sitzungen mit den Kumpeln sowie im Rahmen der gesellschaftspolitischen Strukturen eine sogar leicht kathartische Verarbeitung der wiederholten repressiven Erlebnisse häuslicher Gewalt ermöglichen.

Die Frauen allerdings mögen Axel Hackes Bücher aus einem ganz anderen Grund. In der weiblichen Sympathie schwingt viel weniger eine gesunde Selbstironie mit als vielmehr ihre Befriedigung durch die literarische Bestätigung jener post-patriachalischen und auf der kapitulativen Anerkennung des weiblichen Herrschaftssystems basierenden Strukturen, die auf perfide Weise die erzkonservativen Strömungen des klassischen Ehe-Lebens zementieren, indem sie die berechtigte Kritik an jenen künstlichen Lebens-Verhältnissen durch ein schaumweiches Unterhaltungserlebnis abschwächen und damit eine Überwindung jener unhaltbaren gesellschaftlichen Strukturen im Keim ersticken.

Nach diesem Verständnis wäre Axel Hacke ein Kollaborateur der katholischen Kirche und ein anti-moderner Autor. Doch wir leben nicht in Zeiten politischer Umwälzungen und revolutionärer Utopisten, sondern in der bestmöglichen Spaßgesellschaft zu Beginn des dritten Jahrtausends.

Anders gesagt: Axel Hackes Bücher sind witzig und geistreich, und sein Wortwitz und seine Selbstironie machen auch vor auch Axel Hackes „Liebesleben“ nicht Halt. „Das Beste aus meinem Liebesleben“ liest sich wie Axel Hacke sich immer liest. Spaßig und amüsant und für den genau Lesenden auch immer mit einer leicht subversiven Note im Abgang. Sein neuestes Buch erweitert den Horizont des Hackeschen Adepten um den bislang mehr oder weniger geheimen Kosmos des Intimen.

Ja, Axel ist verheiratet, und er lebt mit seiner Frau, der Jazz-Sängerin Ursula, in „ehelicher Zucht“, wie man es als Pendant zum Terminus der „unehelichen Unzucht“ formulieren könnte. – „Eheliche Zucht“, was auch immer man damit assoziieren möge.

Wir regen uns alle über die Frauen auf, mit denen wir zusammen leben (oder es täglich versuchen). Die Frauen regen sich ebenso über uns auf, und das lässt doch hin und wieder die Frage aufkommen, warum das alles?! War es früher nicht besser? Und warum ist es jetzt anders? Warum kann es jetzt nicht so wie früher sein?

Diese Fragen sind ebenso sinnlos wie schmerzhaft. Die therapeutische Wirkung regelmäßigen gemeinsamen Jammerns in abgelegenen Männer-Häusern mit Zapfhähnen ist immer nur von kurzer Dauer, bald schon ist man wieder dem eiskalten Wind der ungleichgeschlechtlichen Zweierbeziehungen ausgesetzt.

Wer zwischen den Männertreffen seine geistige und mentale Gesundheit im Zweierkampf erhalten möchte, der lese Axel Hackes „Das Beste aus meinem Liebesleben“. Das knapp 140 Seiten starke Büchlein ist „ein kleiner Beziehungsratgeber“, wie der Autor auf dem Umschlag anmerkt.

In aller Kürze: Axel macht das Leben leichter. Auch das Liebesleben.

Autor: Axel Hacke
Titel: „Das Beste aus meinem Liebesleben – Ein kleiner Beziehungsratgeber“
Gebundene Ausgabe: 120 Seiten
Verlag: Kunstmann
ISBN-10: 3888977274
ISBN-13: 978-3888977275

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