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Krischan Koch: „Mörder mögen keine Matjes“

Am: | März 26, 2019

Hallo, Fredenbüll! Da sind sie wieder, die Bekannten. Ein Container mit Elektroschrott samt Leiche und Giftmüll wird vor Fredenbüll angeschwemmt. Ein Äffchen ist auch dabei. Und die Finder sind Tadje – die Tochter des POM Thies Detlefsen – und deren Freund Lasse.

Und dann fangen die Sprünge an. Das nächste Kapitel ist dann die bekannte Hidde Kist, in der die OP von Piet besprochen wird. Er liegt in Hamburg und wird vermisst. Dort findet Tadje dann endlich ihren Vater. Das Handy war mal wieder nicht erhört worden. Der Affe futtert sich auch mit Fischbrötchen durch und ist nebenbei ein Crack am Spielautomaten.

Das darauffolgende Kapitel ist dann erstaunlich: Ein schräger Typ, man erkennt später, er ist Privatdetektiv namens Krotke, fährt durch Hamburg. Und besucht eine angesehene Familie. In der einiges schief läuft. Dünkel ja, normales Leben nein. Er sucht seinen Kompagnon Kröger. Er ist verschollen.

So der Einstieg. Es folgen sehr detaillierte Beschreibungen von Nebensächlichkeiten. Im Grunde ist nur eine wichtig, wie sich am Ende herausstellt. Aber das Ganze ist verwirrend und auch nicht wahnsinnig spaßig. Das Tempo bleibt gemütlich.

Die Stammbesetzung der Hidde Kist beschließt, Piet in Hamburg zu besuchen. Er soll seinen Croque Störtebecker nicht vermissen müssen. Und seine Freunde natürlich auch nicht.

Derweil reist auch POM Dethlefsen dorthin. Und darf wieder mit seiner sehr geschätzten Kollegin Nicole Stappenbek, früher Kieler Kriminalhauptkommissarin, nun in Hamburg arbeiten. Sie ist der Liebe wegen zu einem hippen Tischler gezogen.

Zwischen ihm und Thies ist es Antipathie auf den ersten Blick. Er kommt sowieso kaum klar mit all den neuen Eindrücken einer großen Stadt. Alles so auf alt getrimmt, vegan oder mindestens vegetarisch. Ein ungutes Gefühl.

Er macht schmerzhafte Bekanntschaft mit brutalen Gaunern. Trifft seine alten Freunde, die die Imbisswelt in Hamburg erkunden, und man freut sich allenthalben über ein Wiedersehen.
Dennoch dümpelt es vor sich hin. Eine krude Geschichte mit einer ständig unter Drogen stehenden Reederstochter, ständig erwähnten Menschen mit asiatischem Aussehen und Hintergrund. Affen, die im Gartenhaus der Reedersfamilie wohnen. Und es gibt auch eine Verbindung, die indirekt zur Kommissarin Stappenbeck führt. Mittendrin Privatdetektiv Krotke, der die Polizeiarbeit behindert. Und die zwei brutalen Gauner.

Selbst als der Affe keine einzelne Figur mehr ist, sondern plötzlich Affen in Hamburg auftauchen – denkt keiner über einen Zusammenhang nach.

Zum Schluss wird alles raffiniert geklärt. Im gewohnten Stil. Aus der Geschichte hätte man mehr machen können. So werden die maßgeblichen Figuren kurz erwähnt. Auf sonderliche Weise verändern Menschen ihren Gesundheitsstatus und alles löst sich reichlich kurz und unspektakulär auf.

Hoffen wir also auf einen weiteren Krimi dieser Reihe der in Fredenbüll spielt, mit allen Dorfbewohnern und einem so gutem Plot wie dem letzten.

[C. S.]

 

Autor: Krischan Koch
Titel: „Mörder mögen keine Matjes“
Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
ISBN-10: 3423217812
ISBN-13: 978-3423217811




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