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Julie Powell: „Julie & Julia“

Am: | September 4, 2009

Julie Powell: "Julie & Julia"Julie Powell ist Ende zwanzig, verheiratet und arbeitet als Sekretärin in New York. Man kann nicht behaupten, dass sie zuviel Zeit hat. Wenn man als junge Familie in New York zu leben versucht, ist das Wort „Langeweile“ eigentlich nur ein Fremdwort. Und doch sucht Julie nach einer neuen Herausforderung, weil sie ihr Leben als langweilig empfindet. Ihre Freunde halten es allerdings für keine so gute Idee, sich genau in dem Moment in ihr „Julie & Julia-Projekt“ zu stürzen, während ihre Familie gerade am Umziehen ist… – Aber Julie ist bereits mittendrin in ihrem selbst gewählten Abenteuer: 365 Tage, 524 Rezepte und 1 winzige Küche.

Es geht um einen Küchen-Blog im Internet, in dem sie der interessierten Welt davon berichtet, wie sie alle Rezepte aus dem Kochbuch „Mastering the Art of French Cooking“ der berühmten Julia Child nachkocht. Und mit Potage Parmentier“ geht es los – ein Name, der weitaus eleganter klingt und mehr verspricht als es eigentlich ist – nämlich eine stinknormale Kartoffelsuppe.

Es folgen insgesamt 350 Seiten spaßiger Kocherei. Leider werden Julia Child’s Rezepte nicht mit veröffentlicht, aber vielleicht gibt es ja schon bald eine deutsche Ausgabe ihrer legendären Kochbücher zum Mitkochen? Julie Powell schreibt flüssig und in einem lebhaften Stil erzählt sie von ihren Kochversuchen, von missglückten Mayonnaisen und dem ganzen Trubel, den ihr Blog in ihrer Ehe, ihrer Familie und bei ihren Freunde auslöst.

Zeitgleich mit der deutschen Ausgabe von „Julie & Julia“ (dem Buch) läuft in der Deutschland der gleichnamige Kinofilm mit Meryl Streep als Julia Child an.

Während der Roman bei Julie Powell und ihren Erlebnissen beim Kochen, den Auswirkungen des Kochens auf ihre Ehe und der Veröffentlichung beider Erlebnisbereiche in ihrem Blog bleibt, beleuchtet der hervorragend besetzte Kinofilm beide Seiten: die wahre Geschichte der Julie Powell und ihres Internet-Blogs und eben auch die wahre Geschichte der legendären Julia Child, ihren Weg zur Fernsehköchin, bei der die halbe amerikanische Nation in den 1960er Jahren Kochen gelernt hat. Im Buch fehlt diese Seite der Geschichte komplett.

Dennoch ist „Julie & Julia“ von Julie Powell ein schönes und gelungenes Debüt einer jungen Autorin. Es macht überhaupt nichts, wenn Sie zuerst den Kinofilm anschauen und dann erst das Buch lesen – oder anders herum zuerst mit dem Buch anfangen, bevor sie ins Kino gehen. Die beiden erzählen zwar dieselbe Geschichte, aber sie erzählen sie aus zwei verschiedenen Erzählpositionen.

So oder so, ich wünsche viel Spaß bei der amüsanten und Appetit anregenden Lektüre und wünsche – wie die wahre Julia Child immer am Ende ihrer Fernsehsendungen gesagt hat – „Bon appetit!

 

Autor: Julie Powell
Titel: „Julie & Julia“
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag
ISBN-10: 3442471338
ISBN-13: 978-3442471331

 

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