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Mehr lesen. Mehr erleben.

Tom Rachman: „Die Gesichter“

Von einem Debütroman kann man begeistert sein; an dem Nachfolger, dem zweiten Roman, trennt sich oft schon die Spreu vom Weizen; jedoch spätestens bei dem dritten Buch sucht man nach Gemeinsamkeiten und charakteristischen Sujets; wenn man Glück hat, lässt sich ab diesem Punkt auch über die Jahre eine schriftstellerische Entwicklung herausarbeiten. „Die Gesichter“ ist Tom […]

Burghart Klaußner: „Vor dem Anfang“

Dieses Buch ist eine Zumutung! Kaum beginnt man mit dem Lesen, kann man nicht mehr aufhören! Berufliche Termine, familiäre Verabredungen, Essens- und Schlafenszeiten: kannste alles vergessen! Jetzt ist der Klaußner dran, und der schreibt als Schriftsteller so gut, wie er als Schauspieler schauspielert! „Vor dem Anfang“ kommt das Ende. Aber das dauert. 172 Seiten lang […]

Hilmar Klute: „Was dann nachher so schön fliegt“

Wäre man nicht durch die Presseinformation darüber informiert worden, würde man nicht auf die Idee kommen, dass es sich bei diesem Roman um ein Debüt handelt. Hilmar Klute schreibt derart routiniert und hat einen unglaublich dichten und opulent mit Details ausgeschmückten Erstling hingelegt, dass man zurecht das Attribut „fulminant“ in den Mund nehmen darf, um […]

Wladimir Kaminer: „Ausgerechnet Deutschland — Geschichten unserer neuen Nachbarn“

Wenn es so etwas wie ein gemeinsames kulturelles Gedächtnis gibt, so hat sich Wladimir Kaminer längst darin eingeschrieben. Seine amüsanten Geschichten von alltäglicher Skurrilität gehören mittlerweile zum Kanon der deutschsprachigen literarischen Satire. Wie der geniale Altmeister Max Goldt, so kann auch Wladimir Kaminer schreiben, worüber er will: Immer schlägt in diesen Texten jenes große russische […]

Klaus Modick: „Keyserlings Geheimnis“

Eduard Graf von Keyserling wurde 1855 in Tels-Paddern in Kurland, dem heutigen Lettland geboren und starb Ende September 1918 in München. Keyserling litt seit vielen Jahren unter einem Rückenmarksleiden, das in seinen letzten Jahren zu einer vollständigen Erblindung und letztlich zum Tod führte. Ob diese Krankheit in einer überwundenen maladie francaise (Syphilis) ihren Anfang nahm […]

Peter Stamm: „Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt“

Das Motiv des Doppelgängers ist in der Literatur recht weit verbreitet. In Jean Pauls Siebenkäs, in den Elixieren des Teufels von E. T. A. Hoffmann oder in Erzählungen von Theodor Storm und in der Judenbuche von Annette Droste-Hülshoff haben wir es mit Doppelgängern zu tun. Wirft man einen Blick auf die englischsprachige Literatur, so fallen […]

Ulrich Alexander Boschwitz: „Der Reisende“

Kennen Sie Ulrich Alexander Boschwitz? Aller Wahrscheinlichkeit nach kennen Sie ihn nicht, aber Sie sollten, ja, Sie müssen ihn kennenlernen! Dieser Roman ist eine echte Wiederentdeckung. Das Typoskript hat der damals 23-jährige Ulrich Alexander Boschwitz im englischen Exil verfasst, kurz nach dem Ausbruch der Novemberpogrome in Deutschland. Das kurze Leben des Autors ist schnell erzählt: […]

Leander Steinkopf: „Stadt der Feen und Wünsche“

Leander Steinkopf ist vielleicht einer der letzten Flaneure, die unsere atemlose Zeit noch kennt. Er schlendert ziellos durch die Stadt, getrieben von seinem Ennui, absichtslos und ohne Hoffnung. Es ist die Odyssee eines Stadtwanderers unserer Zeit. Seinem Bericht vorangestellt hat er ein Zitat von Walter Benjamin aus dessen Berliner Kindheit um 1900. Dort schreibt Benjamin: […]

Bernhard Schlink: „Olga“

Olga Rinke wird in der Kaiserzeit geboren, wächst im Breslau des späten 19. Jahrhunderts in einem armen Umfeld auf, verliert schon in jungen Jahren beide Eltern, die an Fleckfieber erkranken, und wird von der Großmutter in einem Dorf in Pommern aufgezogen; die Großmutter findet, dass Olga einen slawischen Einschlag habe, und sie liebt das Mädchen […]

Irène Kuhn: „Découvrir la France — Frankreich entdecken“

In diesem Jahr war Frankreich das Gastland der Frankfurter Buchmesse. Pünktlich zu diesem Anlass kam ein kleines Büchlein bei DTV heraus, dass zweisprachig dazu einlädt, Frankreich zu entdecken. Irène Kuhn erzählt in ihm die kleine Geschichte von Katia und Pierre. Katia kommt das erste Mal nach Frankreich, um das Land, die Franzosen und ihre Gepflogenheiten […]

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