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Mehr lesen. Mehr erleben.

Ulrich Tukur: „Der Ursprung der Welt“

Ulrich Tukur ist Schauspieler Musiker Schriftsteller und wahrscheinlich noch einiges mehr. Bislang habe ich noch keinen Roman von Ulrich Tukur gelesen, „Der Ursprung der Welt“ ist der erste, aber bestimmt nicht der letzte. Dieser knapp 300 Seiten starke Roman bietet eine höchst verstörende Lektüre. Zunächst zum Titel: „Der Ursprung der Welt“, das titelgebende Gemälde von […]

Christian Tielmann: „Unsterblichkeit ist auch keine Lösung – Ein Goethe-Schiller-Desaster“

Goethe und Schiller müssen wieder ran. Die Deutschen lesen immer weniger, schon gar nicht die Klassiker. Die Umsatzzahlen brechen ein, so darf es nicht weitergehen. Ihr Verleger Cotta greift tief in die Marketing-Kiste und organisiert eine gemeine Lesereise durch den Harz. Krönender Höhepunkt wird eine Lesung des kompletten Faust auf dem Brocken sein. Es wird […]

Sarah Kuttner: „Kurt“

In der Beschreibung verspricht dieser Roman auf unaufgeregte Weise mit Humor die Verarbeitung von Trauer. Das machte neugierig, obwohl es auch aus persönlichem aktuellem Anlass piekte. Es gibt nicht auf alles Antworten, und wie kann man jemanden nach einem schrecklichen Verlust beistehen. Und es stimmt! Das schafft der Roman und einiges mehr. Lena ist die […]

Jewgeni Wodolaskin: „Luftgänger“

Die Ausgangssituation kennt man so oder ähnlich aus unzähligen Romanen und Filmen: Ein Mann wacht in einem Krankenhaus-Bett auf und hat sein Gedächtnis verloren, kann sich an nichts erinnern: nicht an seinen Unfall, nicht an seinen Namen, seine Freunde, sein Leben. Die Vergangenheit ist wie ausgelöscht. Was aus einer gewissen Perspektive für manchen verlockend klingen […]

Sina Beerwald: „Hauptsache, der Baum brennt“

Das pralle Leben mit einer Prise Märchen und etwas Bildung! Frau Christkind arbeitet beim sozialpsychiatrischen Dienst in München. Sie hat zwei pubertierende Kinder, einen Mann, der sich frisch verabschiedet hat zu einer anderen Frau, und ist noch vom Abend mit den Freundinnen im Restalkohol. Morgens um sechs ist ihre Welt nicht mehr in Ordnung. Denn […]

Lukas Linder: „Der Letzte meiner Art“

Der Schweizer Dramatiker Lukas Linder hat für seine Arbeiten bereits mehrere Preise erhalten, unter anderem den begehrten Kleist-Preis. Lukas Linder ist ein Theatermann. Nun hat er sein Debüt als Romancier vorgelegt. Man merkt dem Debüt nicht an, dass es von einem Theatermann geschrieben wurde, und das ist sehr erfreulich, weil es nicht den Erwartungen entspricht. […]

Tom Rachman: „Die Gesichter“

Von einem Debütroman kann man begeistert sein; an dem Nachfolger, dem zweiten Roman, trennt sich oft schon die Spreu vom Weizen; jedoch spätestens bei dem dritten Buch sucht man nach Gemeinsamkeiten und charakteristischen Sujets; wenn man Glück hat, lässt sich ab diesem Punkt auch über die Jahre eine schriftstellerische Entwicklung herausarbeiten. „Die Gesichter“ ist Tom […]

Burghart Klaußner: „Vor dem Anfang“

Dieses Buch ist eine Zumutung! Kaum beginnt man mit dem Lesen, kann man nicht mehr aufhören! Berufliche Termine, familiäre Verabredungen, Essens- und Schlafenszeiten: kannste alles vergessen! Jetzt ist der Klaußner dran, und der schreibt als Schriftsteller so gut, wie er als Schauspieler schauspielert! „Vor dem Anfang“ kommt das Ende. Aber das dauert. 172 Seiten lang […]

Hilmar Klute: „Was dann nachher so schön fliegt“

Wäre man nicht durch die Presseinformation darüber informiert worden, würde man nicht auf die Idee kommen, dass es sich bei diesem Roman um ein Debüt handelt. Hilmar Klute schreibt derart routiniert und hat einen unglaublich dichten und opulent mit Details ausgeschmückten Erstling hingelegt, dass man zurecht das Attribut „fulminant“ in den Mund nehmen darf, um […]

Wladimir Kaminer: „Ausgerechnet Deutschland — Geschichten unserer neuen Nachbarn“

Wenn es so etwas wie ein gemeinsames kulturelles Gedächtnis gibt, so hat sich Wladimir Kaminer längst darin eingeschrieben. Seine amüsanten Geschichten von alltäglicher Skurrilität gehören mittlerweile zum Kanon der deutschsprachigen literarischen Satire. Wie der geniale Altmeister Max Goldt, so kann auch Wladimir Kaminer schreiben, worüber er will: Immer schlägt in diesen Texten jenes große russische […]

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