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Dorothy Parker: „Morgenstund hat Gift im Mund – New Yorker Geschichten“

Dorothy Parker war eine erstaunliche und interessante Frau. Wie interessant, das kann man in einer hervorragenden neuen Biografie von Michaela Karl („Noch ein Martini, und ich lieg unter dem Gastgeber“, erschienen im Residenz Verlag) nachlesen. Genau so spannend und turbulent wie das Leben der amerikanischen Schriftstellerin und Theater- und Literaturkritikerin lesen sich auch ihre Kurzgeschichten. [...]

Mikael Niemi: “Erschiess’ die Apfelsine”

Kurz vor dem Wochenende flatterte neulich ein finnischer Roman auf meinen Tisch. Mikael Niemi: „Erschieß’ die Apfelsine“. Kurz in den Klappentext geschaut: „Niemis Held ist 16 Jahre und geht aufs Gymnasium. Er teilt seine Klasse in Arschgeigen und Idioten ein. (…)“ Der natürliche Reflex des Rezensenten beim Anblick von Jugendliteratur ist eine Mischung von starker [...]

Rafik Schami: „Eine deutsche Leidenschaft namens Nudelsalat“

Rafik Schami mag keinen Nudelsalat. Als typisch deutsche Tradition entlarvt er diese Salate, die man zu einer Party mitbringt, in seinem neuen Buch mit amüsanten und nachdenklichen Geschichten aus den deutschen Landen. In Syrien bringen Gäste niemals etwas mit. Der Gastgeber würde es als Beleidigung auffassen, wenn sich die Gäste als „Selbstversorger“ verstünden und alkoholische [...]

Adaobi Tricia Nwaubani: „Die meerblauen Schuhe meines Onkels Cash Daddy“

Jeder, der eine E-Mail-Adresse hat, kennt diese Mails – und keiner beantwortet sie: „Lieber Freund, wundern Sie sich nicht, dass ich mich an Sie wende. Ich hoffe, Sie sind der Richtige für eine Transaktion dieser Größenordnung. Ich bin ein hoher Beamter aus Nigeria. Ich habe eine große Summe Geld in die Schweiz zu bringen. Ich [...]

Douglas Coupland: „Generation A“

Wenn winzige Eiweißmoleküle die Bienen durchdrehen lassen, obwohl sie eigentlich längst ausgestorben sind. Wenn die Pharmaindustrie es endlich geschafft hat, die Welt zu beherrschen, und das digitale Zeitalter alle Menschen zu einsamen, klickenden Wesen zu machen, dann hat man es mit dem neuen Roman des Kanadiers Douglas Coupland zu tun. Coupland wurde international bekannt durch [...]

Sibylle Lewitscharoff: „Consummatus“

„Consummatus est“, denkt sich der Leser nach der Lektüre dieses kleinen Büchleins von Sibylle Lewitscharoff. „Consummatus“ ist bereits 2006 erschienen, wird aber kürzlich, dank der Verleihung des Leipziger Buchpreises 2009 an die Autorin für ihr Werk „Apostoloff“, wohl noch einmal aufgelegt und im vergangenen Jahr (2010) bei Suhrkamp als Taschenbuch erschienen. Der Plot liest sich [...]

Daniel Glattauer: „Die Vögel brüllen – Kommentare zum Alltag“

Der Wiener Schriftsteller Daniel Glattauer hat einen ziemlich hohen Output an literarischen Produkten aller Art. Vor allem seine Geschichten und Romane sind eine angenehme und kurzweilige Lektüre, wenn man auf Reise ist oder vor dem Einschlafen noch etwas leichte Kost zu sich nehmen möchte. Doch Glattauer ist auch Journalist und schreibt seit vielen Jahren Kolumnen für [...]

Siegfried Lenz: „So zärtlich war Suleyken“

Dieses kleine Büchlein gehört in den Kanon der deutschen Nachkriegsliteratur. Siegfried Lenz entfaltet hier in kurzen Geschichten seine ganze Erzählkunst und zaubert eine verlorene Welt herbei, die vor unserem geistigen Auge ein Idealbild der ostpreußischen Ländlichkeit und Bauernschläue entstehen lässt. „So zärtlich war Suleyken“ erschien erstmals 1955, zehn Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs [...]

Klas Östergren: „Portrait eines Dandys“

Es sind die 1980er Jahre, in denen Klas Östergrens neuer Roman „Portrait eines Dandys“ spielt. Es ist die Zeit der Schallplatten und der Mix-Cassetten, eine analoge Zeit mit Menschen, die sich noch nicht in ihrem Individualismus gefallen wie wir Heutigen, sondern einfach individuell und ungeschliffen sind. Der Ich-Erzähler ist ein Schriftsteller im Stockholm der 80er [...]

Clemens J. Setz: „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“

Es ist vor allem die Sprache, die bemerkenswert ist. Die Experimentierlust des jungen Autors dürfte auch für die Jury des Leipziger Buchpreises dafür ausschlaggebend gewesen sein, dem neuen Erzählband von Clemens J. Setz den Vorzug vor allen anderen nominierten Titeln zu geben. Der harmlose Titel „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“ führt den Leser [...]

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